Aufarbeitung eines Traumas ;-)? Der nächste 80/1200er; diesmal wieder ein Tasco 10K - Nummer 5
ab 26.12.2021

Dann ging es nochmals an den Okularauszug - bzw. die Verlängerung für den Ausgleich der entnommenen "Posaune". Hatte ich das doch mal zunächst mit drei 36.4mm Verlängerungshülsen bewerkstelligt, ging es nun darum, den finanziellen Aufwand für diese Hülsen zu minimieren. Denn neu kostet so ein Teilchen 25€ und der Adapter 36.4mm-> 1 1"4 nochmals 23€. Kurz: man wäre neu mit fast 100€ dabei. Das ist natürlich zuviel und schreit nach ... einem Besuch in der "Männerkirche", aka Baumarkt. Denn das muss auch billiger gehen und dazu auch noch mit leichterem Kunststoff. Denn ans okularseitige Ende kommt ja kein sonderlich hohes Gewicht; das 1 1"4-Zenitprisma und dann die Okulare - nicht so schwer.
So stromerte ich dann 1 1/2h durch den Baumarkt und liess mich "inspirieren", was man denn so zweckentfremden könnte ... und wurde auch fündig: eine sogenannte "Schlauchtülle"(das rechte weisse Teil auf dem Übersichtsbild (2€95), eine "PVC-Reduktion 40/32" (4€50) und eine "HTU-Überschiebmuffe" (1€15). Hierbei wurde die Schlauchtülle dann an einer Seite etwas abgesägt und diese dient dann als Verbindungsstück für den OAZ. Hieran wurde dann die überschiebemuffe angebaut; der Abstand zwischen dem Aussendurchmesser der Schlauchtülle und dem etwas größeren Innendurchmesser der überschiebmuffe wurde vermittels Pappe und Paketklebeband überwunden. Fixiert wurden beide Teile (gegen Wackel) dann mit kurzen Holzschrauben (die man auch gut für Kunststoff nehmen kann). Am okularseitigen Ende kamm dann die PVC-Reduktion zum Einsatz; die an der einen Seite wirklich genau in die Überschiebmuffe (40mm Innendurchmesser) passte, sowie zur Zenitprismaseite dann 32mm Innendurchmesser hatte. Die überschüssigen (zum 1 1"4-Zenitprisma) 0.75mm wurden wieder mit Pappe und Klebestreifen überwunden. Das Ganze wurde dann auch an dieser Seite mit kleinen Holzschrauben fixiert und sitzt sehr fest. Und das Zenitprisma kann jederzeit "saugend" entnommen werden; da wackelt nix mehr. Nach einigen Stunden Hin-und Herbastelei konnte dann für knappe 9€ eine passable Lösung gefunden werden. Okay, eine Tour d´Elegance wird diese Lösung zunächst einmal nicht gewinnen, aber - sie funktioniert.
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Tasco 10K Refraktor 80/1200mm   

Tasco 10K Refraktor 80/1200mm    Tasco 10K Refraktor 80/1200mm    Tasco 10K Refraktor 80/1200mm   

Tasco 10K Refraktor 80/1200mm    Tasco 10K Refraktor 80/1200mm   

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Resultat

Das war der vielleicht letzte Schritt zur "funktionalen" Verbesserung des 10-K. Und er hat im Zusammenhang mit den anderen Schritte wirklich etwas gebracht. Ich hatte den Refraktor dann bei unruhigem Wetter draussen, es war teils windig und einiges an Bewegung in der Atmosphäre. Ausgiebig den Orionnebel stand das Trapez im 7mm Okular (172fach) und auch meist im 5er (240fach). Die wolkigen Strukturen konnten schön gesehen werden; das Bild war wirklich "ruhig". Der DS η Ori mit seinen 1"8 Distanz wurde regelrecht ins Okular "genagelt". Spannend war dann auch 32 Ori (1"37; also kurz   u n t e r  dem Dawes-Limit für die 80mm Öffnung (1"42). Auch der war als nahezu doppelt zu erkennen: neben dem größeren Scheibchen der Hauptkomponente war deutlich mit "Einkerbung" - fast der Trennung - die schwächere Komponente zu sehen.
Okay, wenn man das Teleskop nun betrachtet, sieht es schon nicht mehr so sehr wie der Originalzustand aus. Ich habe das aber bewusst derart modifiziert, dass es in ca. 30 min komplett rückbaubar ist und dann den Originalzustand wieder hergibt. Aber der Gewinn ist immens: neben der nun deutlich stabileren Aufstellung (Stativ) fällt die wackelige "Posaune" weg; es kann 1 1"4-Ausrüstung genutzt werden und das Bild ist - durch Isolation des Tubus´ und auch des Endstückes vorm Zenitprisma (Kunststoff isoliert ja auch) - nun sehr viel ruhiger, entspannter und nicht mehr zappelig. Nun können diese japanischen 80mm Öffnung zeigen, wozu sie wirklich im Stande sind. Und ich würde gern mal zwei Dinge machen:

1. Diese Optik gegen eine Zeiss-AS 80/1200mm (in diesem Segment die Referenz) antreten lassen; in identischer Mechanik. Meine Vermutung: in einem "Blindtest" dürfte es nicht einfach sein, festzulegen, welche Optik denn nun genutzt wird. Die Unterscheidung dürfte - zumindest bei diesem Objektiv - schwer fallen.

2. Diesen Umbau gegen einen 10-K im Originalzustand antreten lassen. Sehen, wie groß das "Delta" beider Geräte ist.


Hier dann mal eine kurze Liste (mit Kosten) dessen, was gebraucht wurde:

  • Stativaustausch: Kosten: ca. 50-70€ für ein gebrauchtes Holz-Baustativ (ich hatte auch mal ein Stativ für 30€ bekommen ...) . Aufdrehen der Montageplatte auf dem Stativ (die habe normalerweise Löcher mit um die 60mm Durchmesser) auf 72mm (für die Aufnahme des "Fußes" der Montierung; ich bekam das umsonst von einem Freund gemacht).
  • Altes Stück Holz (ca. 200x200x25mm) für die überwindung des Abstandes zwischen Montierungsfuß und unterer Montageplatte
  • DeziFix-Velourfolie für Streulichtreduktion ~9€
  • Windschutzscheibenreflex"decke" (Baumarkt ca. 4€)
  • Schlauchtülle  2€95
  • PVC-Reduzierungsstück 40/32  4€50
  • HTU-Überschiebnmuffe  1€15
  • 1 1"4-Zenitprisma bzw. - spiegel (ab 29€ sollte aber gebraucht auf in den einschlägigen Astroforen für ca 15/18€ machbar sein)

    Zusammen (bei einem angenommenen Stativpreis von 70€) kommt man hier auf etwas über 120€ (neuer Zenitspiegel). Stellt man es mit Geduld etwas besser an, kann das auch auch schon - zusammen - für 80/90€ machbar sein. Natürlich braucht man dann auch Werkzeug (Stichsäge, Bohrmaschine, Schraubenzieher, ggf. Imbussschlüssel und ein paar kleine Schrauben; sowas sollte aber eigentlich in jedem Haushalt auffindbar sein. Dann ein paar Stunden Basteln und - ich kann es nur empfehlen: man bekommt aus einem - leider zunächst zittrigen Gerät mit unruhigem Bild und der Nutzung nicht so wirklich "prima" Okulare (die beigelieferten H und SR Klein-Okulare können die Hauptoptik beiweitem nicht "ausreizen") einen richtig guten, stabil stehenden und qualitativ sehr aufgewerteten - dazu mit aktuellen Okularen richtig gut nutzbaren klassischen 80/1200mm Refraktor.
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