Celestron 8 203/2000mm

ne...?! :-)
Premiere!
Hallo Optik-Freaks und Test-Besessene,
dies wird ein erster Versuch - Premiere mithin - auf dem Tec-Board von AstroTreff die Test-Bilder zu veröffentlichen, wie sie bei meinen
zahlreichen Testreihen für unterschiedlichste optische Systeme anfallen.
Weil es immer nur Einzel-Geräte sind, die ich untersuchen soll im Auftrag von Sternfreunden, bezieht sich meine Kommentierung immer nur
auf dieses Einzelgerät. Eine generelle Würdigung meinerseits verbietet sich aus den unterschiedlichsten Gründen. Es werden also in der
Folge besonders herausragende Geräte sein, oder besonders auffällige.
Eine Zuordnung der Geräte zu bestimmten Händlern bzw. Sternfreunden verbietet sich ebenfalls. Auf Euer Echo bin ich vielleicht gespannt,
sag ich Euch!
1. Testobjekt: ein C8 (kennt ja jeder)
In Autokollimation heißt: Im Fokus des optischen Systems Schmitt-Cassegrain sitzt ein 0.01 mm künstlicher Stern. Dessen Licht geht
durch das optische System und es entsteht ein paralleles Lichtbündel, wie am Himmel, nur umgekehrt. Der hochgenaue Planspiegel
(Zeiss) reflektiert dieses parallele Lichtbündel wieder zurück, und so geht das Licht ein zweites Mal durch die gleiche Optik und
wird im Fokus wieder zu einem Stern. Die Veränderungen des Lichtes werden nun durch verschiedene Tests untersucht:
Der Ronchi-Gitter-Test 10 LinienPaare/mm sagt etwas über die Korrektur der Optik aus. Intrafokal gemessen bedeutet bauchige Linien
Überkorrektur, kissenförmige Linien Unterkorrektur. Überkorrektur: Mittelpunkts-Strahlen fallen kürzer, Unterkorrektur: Mittelpunktsstrahlen
fallen länger. Bei ca. 85% vom Durchmesser sind die Ronchi-Linien "gezackt". Das weist auf einen erhebliche Öffnungsfehler hin etwa
im Bereich von L/4 PV wave. Wird über die weiteren Tests noch klarer. Weil die klare Abgrenzung der Linien fehlt, muß man von einer
rauhen Oberfläche ausgehen. Auch macht sich bereits ein von der Schmittplatte verursachter Farblängsfehler bemerkbar, der den
Kontrast einschränkt. Besonders auffällig die "Zacken" bei 85%-90% vom Durchmesser !
Noch deutlicher ist dieser Farblängsfehler beim Foucault- oder Messerschneide-Test zu erkennen. Das kommt daher, weil die einzelnen
Farben unterschiedliche Schnittweiten haben und für die Messerschneide wahlweise intra- bzw. extra-fokal abgeschnitten werden. Ein
Einfluß auf den Kontrast dürften auch die Zonen haben, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.
Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie ich sie entwickelt habe (Version Rohr) Dazu findet man eine genaue Beschreibung auf meinen
Internet-Seiten. Man sieht deutlicher als beim Foucault-Test die Flächenfehler, die hauptsächlich von der Schmittplatte bzw. der
Retouche herrühren. Es sind sehr schmale Zonen, wie man sieht. Jetzt versteht man auch, warum sowohl beim Ronchi-Test, wie auch
Interferogramm, die "Zacken" bei den Streifen entstehen.
Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie sie David Vernet, Frankreich, entwickelt hat (Version Vernet) Die Feinstruktur der
Flächenrauhheit wird hier besser dargestellt, der räumliche Foucault-Effekt jedoch fällt weg. Die Glattheit der Fläche bestimmt den
Kontrast eines optischen Systems, weil das Streulicht durch eine glatte Fläche minimiert wird und umgekehrt.
Die "Zacken" der Interferenz-Streifen verdeutlichen erneut den Zonen-Fehler bei der üblichen Meß-Wellenlänge von 632.8 nm = Helium/Neon-Gas-Laser.
Weil ich eine Laserdiode verwende, bin ich bei "freundlichen" 650 nm. Bereits jetzt können diese Zonen quantifiziert werden. Der
ansteigende Streifenabstand von 08.00 Uhr in Richtung 14.00 Uhr ist ein Koma-Effekt, der vom Meßaufbau verursacht sein kann. Es könnte
sich aber genausogut der vorhandene Astigmatismus abbilden.
Mit mehr Streifen sieht man die Zonen noch besser, immer noch bei 650 nm wave.
Bei 532 nm Wellenlänge erkennt man diese Struktur noch deutlicher! Diese "Zacken" beeinflussen die Kontrastleistung erheblich,
zusätzlich zur rauhen "Oberfläche der Wellenfront".
Die Rotations-Symmetrie bzw. der Astigmatismus beeinflußt in dieser Größe das Bild weit weniger. Es könnten Störungen sein, die von
der Lagerung der Schmitt-Platte her rühren. Die anderen Fehler sind gravierender.
Das Referenz-I_Gramm wird von 08.00/14.00 Uhr in Richtung 09.00/15.00 Uhr gedreht. Das hat mit der Auswertungs-Software zu tun.
Durch die ansteigenden Streifenabstände erkennt das Programm einen Koma-Effekt in der Fläche und bildet sie in einer flachen S-Form
ab. Um dies zu unterdrücken, müßte man nur die mittleren Streifen auswerten. Weil aber im System noch ein Astigmatismus nachweisbar
ist, könnte das auch auf den Astigmatismus zurückzuführen sein. Bei der Beurteilung dieses optischen Systems spielt also die quantitative
Aussage eher eine Neben-Rolle.
Fröhliches Antworten allerseits!
Euer Wolfgang Rohr
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