Zeiss-Telementor 63/840mm

Materialien
Ein Büchlein
Prospekt
Englischsprachige Prospekte
Ja, da haben wir mal wieder Glück gehabt... War mit meiner Frau u.A. auch in Bremerhaven unterwegs und sehe
im Vorbeifahren bei Photo-Schemkes ein längliches graues Etwas auf dem Stativ
mit den blauen Klemmen und der blauen Ablageplatte. Offenbar von jener bekannten deutschen Optikfirma... Also, wenden und nochmals
vorbeifahren und nachfragen, was es damit auf sich hat.
Nunja, der nette Herr Dörger meinte nur Kundenauftrag, das Gerät stünde zum Verkauf. Ja, und der Preis...? Komplett 750 DM (mit H-25 und O-16-Okular).
Also, mitgenommen, bzw. nach ein paar Wochen abgeholt. Und nun steht der Telementor bei mir und wartet auf den ersten Einsatz.
Glücklicherweise konnte ich auf dem ATT 2001 in Essen dazu noch den
passenden 7.5 x 42 Original Zeiss-Sucher für 200 Märker erwerben.
Lieferumfang
Tubus/Optik mit Objektiv C 63/840mm
Montierung T samt 2.5 kg Gegengewicht
Stativ mit Beinklemmen und Ablageplatte
Okulare H-25 (34x) und O-16 (53x) (mit Strichplatte)
Reinigungspinsel
Anleitungheftchen zum Aufbau und Gebrauch
Wünschenswert wäre ein kürzerbrennweitiges Okular (ca. 6mm (140x) bis 8mm (105x) Brennweite.
Dringend: Ich suche die Zeiss-Steckokulare für den Telementor; Einsteckdurchmesser 24.5mm!!! Wer welche davon hat und diese verkaufen
möchte, gebe mir doch bitte Bescheid unter Mail
Die Verarbeitung
Ja, wenn man mal von Klischees ausgehen darf, die ist wirklich made in Germany. Da klappert nix.
Der zeissgraue Tubus mit der Innenfokussierung (sieht aus wie neu) ist zwar nicht so ganz leicht (3.5 kg), wird aber von der T-Montierung (die ohne
Motorantrieb) gut getragen. Die Fokussierung selbst läuft nicht über einen normalen Okularauszug, sondern es wird innerhelb des Tubusrohres
ein zweites per Antrieb hin und hergestellt. Da haben sich die Konstrukteure damals in der DDR wirklich was Gutes überlegt.
Ein Sucher wird beim Telementor leider nicht mitgeliefert, den gibts nur als zusätzliches Zubehör. Dessen Funktion übernehmen stattdessen
zwei am Tubus angebrachte Peillöcher: Durchschauen - das Objekt mittig anpeilen und i.d.R. findet sich dann das Objekt auch im
längerbrennweitigen Okular.
Die T-Montierung ist - im Zusammenhang mit dem Tubus überaus praktisch: Man kann den Tubus an einem Schwalbenschwaz schnell festschrauben.
Der Clou hierbei ist aber ein kleiner Stutzen am Schwalbenschwanz, der ein Durchrutschen des Tubus nach hinten/unten verhindert. So simpel
wie genial. Die Feststellschraube ist gut dimensioniert.
Bekanntes Erkennungszeichen der Zeiss-Montierungen sind die roten Knöpfe an den kurzen Justierwelle (Aha, die Montierung mit den roten Knöpfen...).
Hier gibts eine negativ kritisierenswerte Sache: Man kann die Justierwellen nicht endlos weiterdrehen, sondern nur einen gewissen
Spielraum weit. Danach ist Feierabend, und man muss die Klemmwelle öffnen und dabei die egentliche Justierwelle wieder zurückdrehen um neues Spiel
zu bekommen. Dies hätte man sicher besser aufbauen können.
Ansonsten ist die Konstruktion enorm praktisch, der Aufbau geht binnen Minuten von Statten: Stativ aufgebaut, Ablageplatte rein
(Schrauben sind schon fest angebracht) auf den Stutzen die Montierung aufgesetzt und nach grober Einnordung fixiert, Gegengewichtsstange
ran und schließlich das Teleskop in der Aufnahme befestigt - fertig.
Die standardmässige Aufnahme der 24.5mm Okulare geht über eine Einsteckhülse. Okulare reinschieben und los kanns gehen. Ein Rausrutschen
der Okulare ist nicht möglich, das der Klemmechanismus die leichten kleinen Okular mehr als gut fixiert.
Brillant gelöst ist das Aufsetzen des Suchers: Man schraube die Okularaufnahme am hinteren Tubusende ab, stülpe den Ring, an dem der
Sucher befestigt ist, über das Tubusende (sitzt passgenau) und schraube dann die Okularaufnahme wieder fest. Fertig... Kein Geschraube,
keine Ausrichterei. Da sitzt sofort alles.
Insgesamt ist an der Verarbeitung und Praktikabilität (bis auf die Sache mit der Justierwelle) wirklich nichts auszusetzen.
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