Weiteres klassisches Zubehör


Natürlich gibt es noch weitere Teile klassischen Datums ...


... wie z.B. Montierungen

Hinlänglich bekannt sind ja die Klassiker aus japanischer Fertigung, die aus den 70er und 80ern datieren. Viele von uns haben mit Geräten dieser Fabrikate "Tasco", "Quelle", "Revue" etc. ihre ersten Gehversuche in der Hobbyastronomie getätigt. Meist waren es Linsenteleskope bis 80mm Öffnung oder die bekannten 114/900er Spiegelteleskope nach Newton, abschätzig auch immer wieder als "Kaufhausteleskope" bezeichnet.

Ein wenig aus dem Fokus geraten hierbei gerne die Montierungen. Es gibt - da musste man auch erstmal den Blick für bekommen - zwei Ausfertigungen; eine Leichte und eine etwas Schwerere.

Die leichtere Ausführung wurde mit den bekannten 60/900 bzw. 910er Refraktoren (z.B. "Tasco 14T") und den 114/900er Newtons ("Tasco 11T") ausgeliefert. Die Schwerere fand sich beim 80/1200er Refraktor ("Tasco 10/15K") bzw. dem 153/1300er katadioptrischem Teleskop. Bei allen Geräten war stets ein Problem: der Wackel beim Fokussieren. Sprich, die Montierungen gingen als "zu schwach" durch. Nun, wenn man dann den recht langen und nicht so leichten 114/900er Newton sieht, macht so ein Gedanke auch Sinn. Da stellt sich die Frage: Warum denn ein solches Gerät nicht mit der schwereren Montierung geliefert wurde ... nunja, das werden dann wohl die bekannten "wirtschaftlichen" Erwägungen bzw. auch Geschäftsmodell als Ursachen dienen müssen.
So haben viele von uns es dann mit der an und für sich garnicht schlechte Optik, aber eben dem reichlichen Gezitter zu tun gehabt - inclusive meiner Person (hatte diesen Newton von 1981 - 1985 im Einsatz).

Man kann schon erkennen, das die leichtere Ausführung über einen schmaleren "Korpus" verfügt - mit vermutlich dünneren Achsen. Ich selbst hatte diese Montierung nie auseinandergebaut aber schon das niedrigere Gewicht deutet das an. Gegengewichtsstange und -Gewicht sind hingegen gleich ausgeführt. Hingegen ist der "Verbindungsfuß", der die Montierung an das Stativ anflanscht, bei der schwereren Version deutlich breiter und ausholender.


Leichte Ausführung (z.B."Tasco 14T" - 60/910mm Refraktor - oder "Tasco 11T" - 114/900mm Newton):

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Schwerere Ausführung (z.B."Tasco 10K/15K" - 80/1200mm Refraktor):

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Umso überraschender dann eine "Entdeckung" die ich im vergangenen Jahr machen konnte. Ich hatte eigentlich schon immer auch die Stative mit ihren verhältnis- mäßig dünnen Holzbeinen als Wackel-zumindest-Mit-Ursache im Visier gehabt. So baute ich mal ein altes aus dem Netz gezogenes stabiles Zeiss-Telementorstativ derart um, das ich die Montierung der "schwächeren" Kategorie drauf setzen konnte. Hier kam dann ein "Tasco"-11T-Tubus drauf. Und - ich war recht platt - im positiven Sinne: Jetzt war die Kombi Montierung-Tubus um  s e h r   vieles stabiler. Das Zittern beim Fokussieren reduzierte sich drastisch (relativ ruhiges Scharfstellen war nun bis 180fach möglich!) und man konnte nun von einer wirklich brauchbaren Kombination sprechen. Also - tatsächlich - das Stativ war die Hauptursache! Und wenn man dann die Stelle betrachtet, an der der Montierungsfuß an die Stativbeine angschraubt wird - ja, da kann man - ohne am Tubus zu zerren - schon "so" einen sichtbaren horizontalen Wackel erzeugen. Um ein Vielfaches wird dieser natürlich dann durch einen langen Tubushebel verstärkt.

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