... und wieder mal ein Towa 339 - Nummer 3.
ab 14.02.2020

Tja, und da gurkte mal wieder ein Towa 339 im Netz herum ... recht beklagenswerter Zustand ... kein Sucher, verzogene Ablageplatte, versifft. Und kein weiteres Zubehör.
Und wieder regte sich der zuckende Finger, kurzes Gespräch mit dem Verkäufer, der dann auch dem Versand zustimmte. Nun lernt man ja nie aus ... auch ich als eigentlich schon recht erfahrener "Ebay-Kleinanzeigen-Hase" ... denn das Gerät stand garnicht bei ihm, sondern seinem Schwiegervater. Er klärte also mit dem den Versand - alles gut. Zwei Pakete an zwei Tagen ... als erstes kam ein in einem stabilen Karton gut verstautes Montierungs-Paket. Alles gut. Okay, Tubus & Stativ dann eben am nächsten Tag ... 24 Stunden Warten . Ich kam dann am nächsten Tag mit der Vorfreude auf den Tubus nach Hause ... schitte ganz unten im Treppenhaus .. kein Karton. Aber eine Etage weiter oben ... wurde mir flau: da stand was. Aber kein Karton, sondern ein längliches Wollknäuel - der Schwiegervater hatte das Teleskop und das Stativ allen Ernstes in diese grauen Polsterwolltücher eingewickelt, dabei - trotz meiner extra geäusserten Bitte, die recht zerbrechliche Sucherhalterung abzubauen, diese dran gelassen und dieses Wollknäuel dann in 10 Kilometer Paketklebeband eingewickelt. Mir wurde das Pipi kalt ... gerade die Optik *schluck* - also ausgepackt und ausgewickelt, das Ganze. Erste Erleichterung: Sucherhalterung diesmal nicht zerbrochen. Kleines Puuh!. Wichtigstes - vorn: Optik: Zunächst stolperte ich über eine eingebeulte Taukappe. Shit! Aber dann: die Optik hatte es überstanden. Keine Sprünge "Muscheln" oder weitere Beschädigungen. Glück gehabt. Dann hinten: die Fokussierwelle - total verbogen. Ab mal von der katastrophalen Verpackung - was machen die Transportunternehmen mit unseren ihnen anvertrauten Waren ...?? Gehen damit um, wie mit dem letzten Schrott. Wirkliche Ar***löcher! Denn so eine Welle ist schon nicht sooo schwach - da muss es schon eines erheblichen Kraftaufwandes bedürfen, um die so zu versauigeln. Man :-( !!

Towa 339 Refraktor 80/1200mm    Towa 339 Refraktor 80/1200mm    Towa 339 Refraktor 80/1200mm   

Towa 339 Refraktor 80/1200mm    Towa 339 Refraktor 80/1200mm   

Erstmal habe ich den netten Versender nochmals angeschrieben und ihm meine Frustration geschildert ... Nun, wir einigten uns auf eine kleine Vergütung für die Schäden - das war dann seinerseits, dem das sehr peinlich war, sehr anständig. So muss das. Ich hätte aber lieber auf diese Vergütung verzichtet und dann das Gerät so bekommen, wie es in der Annonce abgebildet war. Aber so ists okay :-)
Nungut, das wird dann also ein Job, den Towa wieder hinzubekommen. Erstmal - viel reinigen. Objektiv war siffig, die ganzen mechanischen Teile waren auch total verschmockt, der OAZ verharzt und lief schwer. Putzen, waschen, putzen ... das waren schon mal einige Stunden. Dann musste die Fokussierwelle durch gaaanz vorsichtiges Hämmern wieder zumindest soweit geradegebogen werden, das man sie zum Fokussieren wieder nutzen kann, Gelungen! Sieht zwar immer noch extrem krumm aus, aber da die mittleren Bereiche, die dann über den Zahnradbereich gehen, geradegebogen sind, läuft das Fokussieren soger überraschend "smooth". Besser als bei meinem Bestands-Tasco 10K!
Dann ist da noch die angedellte Taukappe ... die muss auch noch ausgedengelt werden. Wird wohl unter Zuhilfenahme einer 30mm Stahlrundstange gemacht. Hab damit schon angefangen, wird aber eine längeres Unterfangen. By the way - zu allem übel saß die Taukappe noch verkeilt schräg über dem Gewinde an der Fassung ... es bedurfte einer erheblichen Kraftanstrengung, diese dort herunterzubekommen. Und dann - total ausgelatschtes Gewinde. Mit Aluspänen, Schmutz und Siff. Also auf beiden Seiten den Schmutz mit einem feinen Schraubenzieher aus den verbliebenen Gewindegängen rausgekratzt, geputzt und dann ein paar Tropfen Fahrradöl drüber, um die Kappe dann wieder richtig auf das Gewinde zu bekommen. Dafür habe ich dann mit x Versuchen ca 20 min gebraucht - den richtigen "Einstieg" zu finden. Klappte aber. Und dann, als es passte - zig mal hin und her, um das Restgewinde quasi ganz minimal "nachzuschneiden". Auch das klappte. Kappe lässt sich jetzt gut abschrauben und dann etwas schneller wieder richtig "einfädeln".
Ja aber nun das Entscheidende: die Optik. Und die ist, wie eigentlich immer bei diesen Klassikern - gut. Nach Durchjustierung und auch dem Wiederherstellen der vollen 80mm Öffnung (durch internes Rückschieben einer Blende ...) waren die eigentlich gewohnten prima Sternabbildungen zu erkennen; die Trennung des Doppelsternes η Ori (1"8) klappte so schon locker.

Tjoa irgendwie bin ich da komisch: nachdem der 10K dann wieder beobachtungsfertig war, ging er seiner Wege ... großen Reibach mache ich mit den Teilchen üblicherweise nicht. Sondern reicht für ne Pizza ... Aber zu wissen, das der schöne "ewige Klassiker" (so ein guter Sternfreund von mir) wieder "läuft", ist auch schön. Ausserdem dauerte es wieder nicht allzulange ...
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