Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm ("Revue" bzw. "Apollo 4013"/"Circle K")

seit 18.06.2019

Und wieder einer dieser alten 60er Refraktoren ... klar: 60/910mm - sozusagen der Opa des - später dann - von Towa für "Quelle", "Revue", "Apollo", "Tasco" und wie sie alle heissen - produzierten "Kaufhausklassikers". Dieser hier wurde aber von Kenko produziert ("Circle K") und datiert eher aus den mittleren 60ern (gegenüber den Towa-Geräten aus den 70ern und 80ern). Erkennbar ist dieses am kleinen eingekreisten "K" rechts unten auf dem "Revue"-Label am Okularauszug.
Meiner kommt dann in nahezu kompletter Austattung - also mit der recht stabilen Montierung, dem Klapperstativ, drei Okularen (aber nur mit dem AH-40mm-Okular) und dem "üblichen" weiterem Zubehör. Leider war nicht mehr die schöne alte Holzkiste dabei. Die hatte der Verkäufer nicht mehr. Schade. I.d.R. kamen diese Geräte aber auch schon im Pappkarton. Müsste dann also eher ein "Spät-60er" oder "Früh-70er" Jahrgang sein.

Und nun konnte ich endlich auch mal herausfinden, welches Gerät hier denn "ursprünglich" steht. Ich fand die Lösung im Kenko-Teleskopprospekt von 1967: es ist der "Kenko TA-910"er Refraktor; siehe:

Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm       Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm


Das ist also der 60/910er Refraktor auf kleiner aber dafür erstaunlich stabiler Montierung mit ursprünglich zwei Okularen (HM-6mm und H-20mm), der 2xBarlow und dem sonstigen Standardzubehör. War damals zu haben für 31.000 japanischen 1967er Yen - wieviel € das auch heute immer sein mögen ;-).
Hierzulande wurde er dann von "Foto-Quelle" unter dem Namen "Revue 4013" oder "Apollo 4013" angeboten ... 299 damalige DM kostend (siehe das mit dem gelben Pfeil markierte Gerät)

Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm      


Nun okay, mal wieder "DHL" ... der Verkäufer hat das Teleskop in zwei Paketen versendet. Das erstere mit einigen Kleinteilen (Sucher, AH-40mm Okular, etc.) kam dann auch am 14.06. an. Auf das Zweite (OTA, Montierung etc.) warte ich noch. Zumindest konnte ich beim ersten schon mal die dringendst notwendigen Reinigungsarbeiten durchbringen. Denn die Sachen standen vor Dreck. Nach Reinigung des Suchers brachte der - statt "Bilitis"-Bild wieder einen klaren Durchblick, wennauch mit dem recht kleinen Gesichtsfeld des sonst wertigen Suchers. Interessant war aber das "AH-40mm"-Okular. Natürlich auch stehend vor Dreck ... ich reinigte also erstmal die zum Objektiv zeigende Linse des Huygensschen Okulares und eröffnete dann die augenseitigen Bereich: Hier kamen mir dann zwei Linsen entgegen - das Okular ist gar kein reines Huygensches, sondern ein Kellner (zwei Linsen auf Augenseite, eine zum Objektiv; also ein Dreilinser). Zwischen den beiden Linsen war aber ein so fieser Dreck, der dann richtig fest saß. Da half kein lauwarmes Wasser mit Spüli, auch kein Einlegen in Apfelessig. Der Dreck hing fest und machte die Linsen unbrauchbar. Ich dachte schon: "okay, Glas kaputt, kannste wegschmeissen. Aber nee, wart mal. Jetzt kannste nur noch gewinnen" - holte ich mein bewährtes Zauberzeug aus dem Schrank - natürlich Natronpulver. Nungut, da denkt man: "das sind doch kleine Kristalle, die verkratzen Dir die Linsen". Nunja, da die aber eh unbrauchbar vor diesem Siff waren - auch egal. Also einen Ohrenstipper in Essig rein und mit Natronpulver bepudert - und putzen. Tja, was soll ich sagen - das klappte. Der extrem widerstandsfähige Siff ging dann nach einiger Putzerei runter, das Glas der Linsen war / ist wohl härter als die Natronkristalle und verkratzte so nicht und ich bekam diese beiden Linsen tatsächlich wieder klar. Das Zeug ist immer wieder für Überraschungen gut (okay, ich würde da nun nicht gerade ein Dreilinser-LZOS-Apoobjektiv mit putzen, aber für einen solchen Versuch war es einfach mal gut) !! Das "AH-40mm"-Kellner-Okular wieder zusammengebaut und schon genutzt. Funzt!

Gestern kam dann der alte 60/910er an. In einem Kruschtelpaket, aber ausreichend verpackt, so daß ein bekannter Paketdienstleister hier keine Zerstörungen anrichten konnte ... Manchmal frage ich mich: wo lassen die Leute ihre Teleskope eigentlich stehen? In Gewächshäusern oder unter Autobahnbrücken? Kurz: bevor auch nur irgendwie mal an testen zu denken war - Putzen & Reinigen angesagt. Aber reichlich.
Nach zwei Stunden konnte ich dann mal durch das halbwegs gereinigte Gerät einen ersten Blick werfen: vielversprechend. Eine ca 100-150m entfernte Glühbirne wurde im 5er Ortho scharf abgebildet, der Glühdraht war gut sichtbar. Mit ganz leichtem Farbfehler (naja, bei 182fach ... ). Nebenan war ein Stahlrohr mit kleinen schwarzen Schmutzpunkten dran - auch diese konnten scharf und kontrastreich gesehen werden.

Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm    Kenko TA-910 Refraktor 60/910mm   

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