Die Auflösung oder - was man noch so für schöne Ansichten braucht...
Neben all dem anderen technischen Begriffen im Zusammenhang mit Teleskopen, Optiken etcetc. hört man immer wieder den Begriff
"Auflösung".
Dieser meint grundsätzlich erstmal die Fähigkeit des Objektives (egal, ob Spiegel oder Linse), zwei eng beieinanderliegende Punkte
getrennt sichtbar werden zu lassen. Verständlicherweise ist dies für die Beobachtung von Doppelsternen wichtig, aber nicht nur hierfür.
Die Auflösung wird bei astronomischen Objektiven immer in Bogensekunden angegeben: Eine Bogensekunde (") enspricht
1/60 Bogenminute (') und diese wiederum 1/60 Grad (°).
Um einen Vergleich zu bekommen: Der Durchmesser des Vollmondes am Himmel entspricht gut einem halben Grad, also ca. 1800".
Sieht man den Jupiter durch ein Fernrohr, hat man ein zwischen ca. 35" und ca. 46" durchmessendes Scheibchen im Okular.
Je kleiner der Wert für die Auflösung wird, desto feinere Details auf dem Mond oder den Planeten, desto engere
Doppelsterne kann ein Objektiv wahrnehmen. Die Erhöhung der Auflösung verhält sich proportional zum Durchmesser
des Objektives. Es gibt eine relativ einfache Rechnung, nachder man die Auflösung seiner/ihrer Optik bestimmen kann:
112.5 (der sogenannte "Dawes"-Wert) wird durch den Durchmesser der Optik in mm geteilt. Also hätte eine Optik mit 100mm
Durchmesser eine theoretische Auflösung von 112.5/100 = 1,125 Bogensekunden. Theoretisch deshalb, da hier von einer
optimalen Optik unter optimalen Bedingungen ausgegangen werden muss. Und die hat man in Deutschland nun mal selten genug.
Hierbei bleibt allerdings zu bedenken, dass es leichter ist, mit einer 100mm Optik tatsächlich an die theoretisch mögliche
Grenze zu kommen, als dies mit einer 400mm Optik möglich ist. Denn je größer die Optik, desto stärker wirken
sich Fertigungsfehler der Optik und das Seeing auf das Bild im Okular aus. Letzteres ist eigentlich
nochmehr "Feind" einer der optimalen Auflösung als Mängel an der Optik. Denn standardmässig bekommt men heutzutage schon Optiken,
die nahe des theoretischen Optimums eingesetzt werden könnte, würde... ja, würden es die Kaskaden von Tiefdruckgebieten mit der für diese
typischen Luftunruhen zulassen.
Optimale Auflösungswerte zumindest für die helleren Objekte versprechen die Abende mit leichtem Nebel. Denn dann steht die Luft, Seeing
"fällt" in der Regel aus und man kann nun seine/ihre Optik bis wirklich an die Grenzen bringen. Nur sind solche Abende leider allzuselten.