Instrument: 102mm Refraktor (Uranus) auf New Polaris
Okulare:
K-10 mm (100x)
K-6,3 mm (159x)
OR-5 mm (200x).
Beobachtungsort: Kiel
Hallo Zielgruppe!
Grüße aus dem frostigen und klaren Kiel! ;)
Heute abend wurde es planmäßig wieder klar und die Temperaturen fielen ins Bodenlose. Gerade jetzt, wo ich meinen B-Abend
beendet habe, hatten wir knapp über dem Boden -7°. Himmel gut, Seeing prkatisch nicht vorhanden, aber die Durchsicht war mäßig:
richtig schwarz war der Himmel nicht. Deshalb lohnten sich auch DSO's heute nicht.
Gegen 18:45 schaute ich mir erstmal die Venus im Westen mit meinem 2"-Refraktor bei ca. 20facher Vergrößerung an. Die schmale
Sichel war einwandfrei zu erkennen, sehr nett.
Doch für solche Sachen hatte ich eigentlich keine Zeit, denn für 20:16 war ein -8 m-Iridium-Flare hoch im Osten angesagt, und
dazu mußte ich noch meine kleine Video-Cam klarmachen und Einkaufen wollte ich auch noch... ;)
Als das erledigt war, stapte ich zusammen mit meiner astro-begeisterten Mutter durch den Schnee in den heimischen, dunklen Garten.
Meine Mom hatte sowas noch nie zuvor gesehen und war echt platt, als der Iridium pünktlich auftauchte. -8 m sind aber auch
genial! :) Die Nachkontrolle auf dem Video zeigte, daß ich den Flare auch erwischt hatte - perfekt.
Eine halbe Stunde später machte ich mich daran, das Teleskop aufzubauen, denn am Jupiter stand ein zweifacher Schattenwurf der
Monde Ganymed und Europa an bzw. war schon im Gange...
Klasse: Beide Mondschatten waren bei der kleinsten Vergrößerung einwandfrei und scharf zu erkennen. Das schönste Bild hatte ich
bei 159fach. Außer den beiden Mondschatten konnte ich noch haufenweise Strukturen in den Wolkenbändern erkennen. Von zeitweiliger,
seeingbedingter Unschärfe keine Spur! Beide Monde waren noch mit im Gesichtsfeld und sogar schon als Scheibchen zu erkennen. Ein
wirklich plastischer Anblick. Ich weiß gar nicht, wie lange ich da draufgeguckt habe, jedenfalls kam ich nicht mehr zu Saturn. ;)
Kurz habe ich den (angeblichen) Wunderfilter "Violett-Multiband" (Baader) ausprobiert. Also: Vom Hocker gehauen hat mich das nicht,
das filterlose Bild vom Planeten war einwandfrei besser. Zugegeben, die Haupt-Wolkenbänder waren mit Filter kontrastreicher, aber
an Details gab es IMO keinen Zugewinn. Das ist schon das dritte Mal, daß ich dieses Empfinden habe, und ich weiß nicht, ob sich
der Kauf für mich überhaupt gelohnt hat. Doll ist das nicht.
Also Filter wieder raus und weitergeluschert (sei's drum): Nach etwa einer Stunde am Jupiter kam ein K-25 mm (40x) zum Einsatz.
Der Himmel gab jetzt immer weniger her (ich schätze eine Grenzhelligkeit von knapp 3 m) und los ab in den Fuhrmann, Messier-Sternhaufen
suchen - ohne Karte! ;) M36 und 38 habe ich auf Anhieb gefunden, nett - bloß M37 entzog sich für diesmal.
Ein kleiner Schwenk in die Himmelsgegend um M1 (Stier), doch da war außer einem dunkelgrauen Himmel nichts auszumachen.
Kurz nochmal rüber zum Orionnebel, der sich schon hart am Horizont befand, aber außer ein paar "Nebelfetzen" (Marke "beschlagendes
Okular" ;) ) und dem aufgelösten Trapez gab die Gegend nichts mehr her.
Apropos beschlagendes Okular: Bei dieser Witterung - das Teleskop war beim Wegräumen in meinen Fahrradkeller "weiß" - lernt man
wirklich "flaches Atmen", das kann ich euch sagen! :) Trotzalledem blieben alle Okulare frei, aber sie (oder das Teleskop) mit
bloßen Fingern anzufassen, war schon ziemlich heftig.
So, dann habe ich noch eine Zig im Schnee geschmökt und mir den Himmel "nur so" angeschaut: Es ist immer wieder ein schöner Anblick,
auch das muß mal sein! Vom prognostizierten Nordlicht übrigens bis 22:30 keine Spur.