Refraktor 150/750mm

Beobachter: Gerd F. Herzogenrath, Ralf ?, H. Hase-Bergen u.A.    

Datum: 25/26.05.2001 22:00 bis 04:00

Instrument: Skywatcher Refraktor 150/750mm

Okulare:

  • 35mm Panoptic
  • 30mm Leitz
  • 7mm Nagler
  • 4mm Abbé
  • 2x Barlow

    Verwendete Filter: O-III

    Beobachtungsort: Stumpertenrod, Vogelsberg

    Bedingungen: Dunkler ITV-Himmel, fSt ca. 6m4 (Zenit), Wind 2, Seeing 2, ca. 10°, Neumond plus 1 Tag

    Objekte:

    Deep Sky
  • NGC 7000 Nordamerika/Pelikan
  • NGC 6960-92 Cirrus
  • M 51/NGC5195

    Doppelsterne
  • z Boo

    ITV - Erstling mit der "Lichtkanone"


    Heiho Sternenmenschen,

    ITV, ITV, ITV, geilstes Wetter, 6 Beobachtungnächte in Folge (mein Gott, das kann nicht Deutschland sein) und dann noch den neuen Wunderkasten vorm Okular. Besagten 150/750er Skywatcher Refraktor, gestern noch bei Christian Meier getestet und heute... let“s frohlock.

    Und es waren diverse andere Sternfreunde bei diesem "first light" dabei, die dieses doch sehr frisch auf dem Markt befindliche Gerät auch mal in Augenschein nehmen wollten. Tja, um es mal vorauszunehmen, die waren alle recht begeistert von "nur" 150mm Öffnung (deren Geräte hatten denn 12", 14"5 Zoll Öffnung).
    Auch am Vortag hatte dieser Refraktor einige zum heftigen Nachdenken über den Verkauf ihrer bisherigen Geräte angeregt.

    Aber, ins Rennen: Natürlich stand der Schwan im Mittelpunkt des Interesses, der Nordamerikanebelkomplex NGC 7000 und der Cirrusnebelkomplex NGC 6960-92.
    Gefüttert wurde der Refraktor Okularauszugsseits mit dem 35er Panoptic, dem 30er Leitz (88°) und dem O-III-Filter.Und es war der "Kracher", was man da bei 21facher Vergrößerung und Vogelsberger Himmel zu sehen bekam (wobei ich betonen muss, dass ich selbst am seltensten ans Okular gekommen bin): NGC 7000 war wunderbar hell und komplett im Gesichtsfeld. Die Bucht von Mexico hob sich wunderbar vor dem dunklen Himmelshintergund ab, der gesamte Umriss Nordamerikas lag vor einem im Okular. Dat ist gaiol!!!
    Auchg der Pelikannebel war deutlich und gut erkennbar, auch noch im Gesichtsfeld des Panoptics und des Leitz. Ja und das ohne "Fangspiegelblob" in der Mitte, der beim vergleichbaren 150/750er Newton wohl nicht ganz zu vermeiden wäre. Da waren auch Ralf und Gerd aus dem Häuschen.
    Mir dünkte dann gleich, dass dieses Gerät so richtig lecker die "Hauptguckmaschine" werden könnte, zumindest bei dunklem Himmel und an lichtschwachen großflächigen Objekten.

    Natürlich, natürlich, él Cirro... Auch der komplett im Gesichtsfeld. Man hatte so den ganzen Überblick, den man auch von mittelbrennweitigen Photographien kennt. Uuups! Wieder... geiles Kistchen, allgemeine Begeisterung machte sich breit. Bei mir übrigens auch, höhöhö.
    Nachdem auch Christian Meier (der hat mir dieses Gerät besorgt und dazu noch ausgesucht noch seine Blicke durch dies Gerät streifen liess und einen doch recht zufriedenen Eindruck machte, konnte man sagen: Alle Gucker (es waren nur Männer) waren sehr angetan vom Gerät, keiner hatte irgendwelchen Mecker abzulassen. Na, so schlecht kann er dann wirklich nicht sein, der "Kleine".
    M 51/NGC 5195 durfte es dann auch sein: Die hinterliess bei 101 facher V. einen indirekt "angewirbelten" Charakter, war aber auch klasse bei 21 facher V zu sehen. So richtig nett überblicksmäßig.

    Schließlich natürlich noch der Doppelsterntest an z Boo . Und auch der fiel zu vollsten Zufriedenheit aus: 4er Oki + 2x Barlow macht 375 fache Vergrößerung macht aufgelöste 0"8 mit runden Beugungsringen. Also, theoretisches Limit gut erfüllt. Tja, man merkte, das es den guten Nils mit seinem 100er Zeiss-APQ doch etwas wurmte, das man mit einem chinesischen "Billigrohr" für knapp 2000 Mark doch mehr sehen kann, als mit einem deutschen Edelrohr für 8000 (?) Mark. Okayokay, in Farbfehlerbelangen "macht" der Zeiss klar das Rennen, hat der Skywatcher doch am Doppelstern bei 375fach einen deutlichen Blausaum. Ist eben kein Apo, aber man kommt eben doch etwas tiefer in der Himmel und löst etwas mehr auf.
    Ich bin ja mal wirklich gespannt, wann die Chinamänner und -frauen auch anfangen, ED oder irgendwann mal Fluoritapo“s zu bauen,. Wenn die vergleichweise so gut sind, wie diese FH-Geräte, und ebenso vergleichweise billig, können sich Takahashi etc. doch recht warm anziehen.

    Ich freue mich zumindest wieder auf die nexte klare Nacht und vermute, dass dan hier ein ähnlich begeisterter "second light"- Bericht stehen wird.

    Wenn noch weitere Fragen zu dem Gerät sind, entweder hier auf der Seite unter "6 Zoll" blättern oder eine Mail schreiben.