Refraktor 150/1200mm

Beobachter: M. Geisler, M.Matern, H. Hase-Bergen    

Datum: 12.-13.05.2001 22:00 bis 02:00

Instrument: Celestron CR-6-HD Refraktor 150/1200mm

Okulare:

  • 55mm Plössl
  • 35mm Panoptic
  • 20mm Nagler
  • 15mm Panoptic
  • 7mm Nagler
  • 4mm Abbé

    Verwendete Filter: O-III

    Beobachtungsort: Effringhauser Schweiz

    Bedingungen: Aufgehellter Ruhrgebietsrandhimmel, dennoch: fSt ca. 6m0 (Zenit), Wind 4, Seeing 3, ca. 10°, Vollmond plus 6 Tage

    Objekte:

    Planeten:
  • Jupiter Deep Sky
  • M 13/NGC 6207
  • M 57
  • M 92
  • M 84/86/NGC4388
  • M 81/82
  • M 97
  • M 51/NGC5195
  • NGC 4565
  • M 27
  • NGC 6960-6992

    Doppelsterne
  • z Boo
  • e Lyr
  • h CrB
  • g Vir

    Ein Frühsommerspaziergang oder... endlich mal wieder "Ernstfall"

    Heiho Sternenmenschen,

    Nun gibts auch endlich mal wieder einen richtig schönen Beobachtungsabend zu berichten. Nach Äonen dauernder Warterei und meist Kotzwetter war dann endlich wieder ein wunderbarer Maiabend gefunden. Also, alles eingepackt, kurz gemailt/telefoniert und dann ab zunächst nach Bochum, Kollegen Micha abholen und danach... zu "Mäk Wisch" und lecker Futtern. Denn ein voller Magen garantiert bessere Beobachtungen.
    Am Platz angekommen (es schien noch die späte Abendsonne) erstmal in Ruhe das Gerät aufbauen und ein Zigarillo einziehen. Ja und dann trudelten noch fünf/sechs andere von unserem Verein "Ad Astra-Bochum" ein und begannen auch, ihre Teleskope aufzubauen. So dass wir dann zum Schluss ein "Mini-Teleskoptreffen" hatten.

    Mittlerweile was die Sonne untergegangen und der Jupiter war noch tief über dem W-Horizont zu sehen. Also, 7er Okular rein und auf einen letzten Blick vor der diesejährigen Konjunktionsperiode des Riesenplaneten... Der war ja wirklich nicht mehr allzugroß, man merkt doch den deutlich erhöhten Abstand zwischen Opposition und Konjunktion. Es waren auch nicht mehr allzuviele Details erkennbar, die Luft so dicht über dem Horizont waberte doch sehr. Eher ein Abschiedsblick... Bis zum Herbst dann!
    Hoch im SO stand dann schon Bootes, wo es auch den "Grenzwert-Doppelstern" z zu finden gibt. Naja, und das bei dem Wind, 0"8 soll er ja mittlerweile nur noch haben. Nichtsdestotrotz, ran da und so wurde der dann bei 300fach auch gut getrennt. Es war sogar noch ein Hauch Zwischenraum erkennbar. Fein!
    Danach rief dann die noch recht tiefstehende Leier. Nach einem "schnellen Besuch" bei e durfte es dann der Ringnebel M 57 sein: Und der war schon sehr hell, eben so ein richtiger Rauchring mit in der Intensität nach Innen hin abnehmendem Licht. Der vorausgehende 12m4 Stern war auch gut und deutlich erkennbar.
    Weiter dann zu M 13: Der war schon genial bei 171facher Vergrößerung: Jedesmal wieder dieses geniale Bild eines bis in zentrale Regionen aufgelösten Kugelsternhaufen. Die kleine beachbarte Galaxie NGC 6207 war auch gut und direkt zu sehen. Leicht länglich mit hellerer Zentralregion, stand sie im 7er Nagler-Okular.
    Der Herkules behebergte auch das nächste Objekt, nämlich den stets im Schatten vom M 13 stehende M 92. Der ist ähnlich hell, nur etwas konzentrierter als sein "großer Bruder". Man konnte auch dutzende Sterne auflösen, nur blieb hier die Zentralregion unaufgelöst.
    Und jetzt einen Schwenk... nach UMa. Dort warteten auch so einige Sehenswürdigkeiten, die allerdings mit der lästigen Zenitposition etwas an "Attraktivität" verloren. Dennoch gabs zunächst erstmal M81/82: Und gerade die M 82 mit seinen Staubeinbrüchen und Dunkelzonen ist immer wieder ein Traum. Im 20er Nagler bei 60x konnte man dann beide Sternsysteme wunderbar hinter viele Milchstrassenvordergrundsternen sehen.
    Der "Rechtsunten-Kastenstern" mit M 97 war nun die nexte Anlaufstelle. Au, sch*** Zenitlage mit einen Gradsichtsucher... Dann aber stand Eulens Nebel schön im Okular, der 11m9 vorausgehende Stern war geradezu hell. Der Nebel gab aber ansonsten nicht soviel her, ausser einer recht hellen Scheibe. Mit O-III Filter verstärkte sich dieser Eindruck noch.
    Weiter auf dem Wege des Halsverreckens... zu M51/NGC 5195, dem "Whirlpool": Und der zeigt nicht nur hell beide Galaxienkerne, sondern dazu auch noch indirekt schwache Strukturen in M 51. Bingo!
    Und nun einen "Rausch" nach Süden, ein DS sollte es sein: Der in Katharinas (war inzwischen auch gekommen) 100mm Refraktor grenzwertige g Vir, mit 1"2 schon ganz schön knapp. Und auch in meinem Gerät war der "eng", dies aber hauptsächlich aufgrund der wabbeligen Luft in der Gegend. Nicht geknackt habe ich dann h CrB, den Doppelten mit 0"7. Wenngleich der gut länglich bei 300-fach zu sehen war, konnte er nicht aufgelöst werden. Aber auch hier störte die unruhige Luft (es war so windig, das die Windkraftanlage, die hier zu finden ist, bestimmt satt Strom produziert hat). Von der nördlichen Krone einemal quer durch Bootes, gings dann nach Coma Berenice. U.a findet sich hier die wunderbare NGC 4565 "die" Spindel (neben NGC 891) schlechthin. Nach kurzer Suche hatte ich sie dann im 20er Nagler im Okular: Und die ist wirklich lang... Man konnte auch die zentrale Verdickung ("Bulge") gut erkennen. Bei Erhöhung der V. auf 171-fach wurde dieser gesamte Eindruck schwammiger und "dünner".
    Dann ging es - mittlerweile war es schon nach Mitternacht - in den aufstrebenden Sommerhimmel: Der Cirrusnebel NGC 6960-92 war aber auch mir der Kombination 20er Nagler und O-III noch sehr schwach, allerdings stärker als im 55er TV-PLössl. Letzteres ist ein Okular für wirklich nur ganz dunkle Nächte und Locations. Vom Nebel war nur ein kleiner Ausschnitt bei 52 Cyg und der größere Bereich westlich hiervon zu sehen.
    Abschließend gabīs noch M 27, den Hantelnebel: Der war ohne Filter im 15er Panoptic fast leicht grünlich und richtig hell. Auch die hantelförmigen "Einbuchtungen" waren erkennbar.
    Mittlerweile war es kurz nach 2:00 nachts, und die Müdigkeit erkämpfte sich einen nicht unbeträchtlichen Platz (neben den so langsam hochziehenden Cirren). Also, in aller Ruhe eingepackt und nach kurzem Schnack mit dem Kollegas dann das Auto nach Hause gesteuert. Aber auf dem Weg waren dann am aufgehellten Himmel der Mond und auch der Mars zu sehen... Tja, das hiess, zuhause nochmal schnell den Telementor auf den Balkon und neben dem kühlen Bierchen einen kurzen Blick auf den tief im Schützen stehenden Planeten geworfen: Bei 53fach konnte man in der wabernden Planetenscheibe zwar eine Dunkelzone erkennen, mehr aber auch nicht. Und in Erkrath war es zwar wesentlich weniger windig als in der ca. 30 KM entfernten Effringhauser Schweiz, dafür aber auch noch heller (fSt max. 5m0). Ein kleiner Schwenk nach Westen, dort war dann M 8 zu finden, allerdings nur mit gaaanz wenig Nebel um ein paar Sterne herum. Vorher dann noch kurz einen Blick auf den GC M 4 im Skorpion, der aber völlig im horizontnahen Lichtstaubgemisch verblasste.

    Auf jeden Fall wars mal wieder eine schöne Astro-Nacht. Mal sehen, was der ITV da so bringen wird...